Bring ein Licht gegen Rechts

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

diese Veranstaltung ins Leben zu rufen und gemeinsam mit dem Verein „Biblis ist bunt“, den Jusos Ried, dem DGB und der DGB Jugend zu dieser friedlichen Kundgebung einzuladen, war mir eine große Herzensangelegenheit.

Für mich kein Wahlkampf, keine Parteipolitik, sondern der Wunsch als Menschen gemeinsam für Toleranz, Freiheit und Demokratie in unserer Gemeinde, aber auch darüber hinaus, einzutreten und ein Zeichen zu setzen.

Der Anfang eines Weges, den ich mit anderen engagierten Menschen unserer Gemeinde, unabhängig meiner Bürgermeisterkandidatur, auch weiter gehen möchte und werde.

Zu erleben wie so viele Bürgerinnen und Bürger an diesem Abend gekommen sind um “Farbe zu bekennen” hat mich begeistert. Die Atmosphäre war beeindruckend, voller Zusammenhalt und großer Menschlichkeit. Ein gemeinsames Ziel, auch über diesen Abend hinaus.

Wir sind mehr, wir sind bunt, wir stehen auf und erheben unsere Stimme. Friedlich, aber unüberhörbar und nicht zu übersehen.

Ein großer Dank auch an meine Mitredner, ich denke wir haben mit unseren Gedanken und Worten, mit unserem Aufruf und Aufrütteln, vielen Menschen aus dem Herzen gesprochen.

Über 100 Menschen brachten ein Licht gegen Rechts und wir alle haben damit gemeinsam auch ein Licht in die Welt geschickt.

Im Gedenken an die Opfer von Halle und aus Solidarität mit den betroffenen Menschen, besuchten wir zum Abschluss der Veranstaltung “Bring ein Licht gegen Rechts” die Gedenktafel der alten Synagoge und legten dort unsere Lichter nieder. Ein bewegender und würdiger Abschluss eines ganz besonderen Abends.

Ich bin dankbar.

Herzlichst

Ihr Ewald Gleich

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P.S.: Für alle Interessierten finden Sie hier meinen Rede-Beitrag bei “Bring ein Licht gegen Rechts”.

Gemeinsam mit Ihnen allen hier zu sein, macht mich stolz. Stolz auf die vielen engagierten Menschen, stolz auf unsere schöne Gemeinde und stolz, ein Teil davon zu sein.

Biblis, Nordheim, Wattenheim – sind bunt!

Wir sind buntNicht nur heute, nicht nur jetzt.

Unsere Gesellschaft braucht die Menschen, die in ihrem Alltag jederzeit „Farbe bekennen“, Menschen die eintreten für sich und für andere.

Wie es schon im ARTIKEL 1 des Grundgesetzes heißt: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt.

Das Wesen der Demokratie besteht ohne Frage darin, dass Mehrheiten entscheiden. Aber die Qualität, die Humanität, die Wärme einer freien Gesellschaft misst sich vor allem daran, wie eine Gesellschaft mit ihren Minderheiten umgeht.

Minderheiten haben Schutzrechte, die auch von Mehrheiten nicht angetastet werden können und dürfen. Toleranz und Weltoffenheit sind die wesentlichen Merkmale einer freiheitlichen Gesellschaft.

Deshalb dürfen Extremismus, Rassismus und Antisemitismus bei uns keine Chance haben.

Das rechts-terroristische Attentat in Halle erschüttert uns alle. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Opfern des Anschlags und ihren Angehörigen. Den Verletzten wünschen wir eine rasche Genesung. Wir stehen fest an der Seite aller Jüdinnen und Juden in Deutschland und darüber hinaus.

Immer noch gibt es Menschen, die rechte Gewalt in unserem Land unterschätzen. Die Verharmlosung von rechtsradikalem Gedankengut darf nicht länger hingenommen werden. Rechtsextreme brüllen ihre Parolen, zeigen Präsenz, verbreiten offen ihre Ansichten oder unter dem Deckmantel der Selbstverharmlosung.

Es ist unsere Aufgabe als Demokraten, deutlich zu machen, dass diese Parolen, dieses Gedankengut, nichts mit der Mehrheit unserer Gemeinde zu tun haben.

Nichts! Aber auch gar nichts!

In unserem Land garantiert das Grundgesetz jedem die freie Meinungsäußerung. Und auch, wenn ich deren Gedankengut verachte, sie haben das Recht sich zu äußern und es ist Teil unsere Demokratie. Deswegen müssen wir aber auch immer ganz klar zeigen:

Dieser rechtsextremen Minderheit in unserer Gemeinde, steht eine große Mehrheit demokratischer, toleranter und weltoffener Menschen gegenüber. Menschen wie wir heute, die sich nicht fangen lassen von den einfachen Parolen. Von der grundfalschen Schwarzmalerei.

In einer freien Gemeinde, wie unserer, verhindern wir es nicht, dass Chaoten und Extremisten vor unseren Augen rassistisches und ausländerfeindliches Gedankengut verbreiten und leben. Aber wir können es verhindern, dass sie die Straßen und Plätze dominieren und das Bild unserer Gesellschaft verfälschen.

Wir haben es in der Hand zu zeigen, dass unsere Gemeinde offen und bunt ist.

Und genau deswegen sind wir heute hier. Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit und anderer Nationalitäten. Wir alle haben unser Stück Verantwortung für das, was aus dieser Gemeinde geworden ist und noch werden wird.

Unsere Gemeinde ist eine erfolgreiche Demokratie. Deswegen dürfen wir nicht wegsehen und wir dürfen auch nicht stillschweigend Extremismus und Fremdenhass dulden.

Wir werden die demokratischen Strukturen dieser Gemeinde verteidigen und in unseren demokratischen und menschlichen Werten zusammenstehen.

Dies ist unsere Gemeinde, und wenn ich hier heute sagen: Unsere Gemeinde! Dann meine ich damit all diejenigen, die in unserer Gemeinde friedlich zusammen leben.

Wir sind stark, wir sind viele, wir sind bunt statt braunWir stehen zu den Menschen, die Hilfe brauchen.

Dieses Zeichen müssen wir gemeinsam als Demokraten immer wieder setzen!

In diesem Sinne danke ich allen, die heute gekommen sind.“